Zwingenberg, älteste Stadt an der Bergstraße
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Zwingenberg- Stadtrundgang

Bahnhof
Güterschuppen, 1858
Bronzestatur des Max Teichmann
Brunnenanlage an der Scheuergasse
Scheuergasse
Brunnen vor dem Stadtpark
Südlicher Stadtpark
Altes Brauhaus
Pierrefonds Park
Rathaus mit ehemaligem Schlösschen
Löwenplatz mit Löwenbrunnen
Altes Rathaus und Marktbrunnen
Alte Apotheke
Obertor
Aufgang zur Bergkirche
Walbrunner Hof
Blick auf die Altstadt
Bergkirche
Die Aul-Nordostturm der ehemaligen Stadtmauer-
Altes Amtsgericht
Katholische Kirche Maria Himmelfahrt

 

 

 

 

 

Stadtplan - Ausschnitt

 

 

 

 

 

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Zwingenberg  
   
Zwingenberg, älteste Stadt an der südhessischen Bergstraße  
 
Zwingenberg mit Bergkirche Zwingenberg, eine anmutige und sehenswerte Kleinstadt,  wurden schon im Jahre 1274 die Stadtrechte verliehen.
Neben der Ausfahrt an der Autobahn 5 ist Zwingenberg auch an die stark befahrene Bahnstrecke Frankfurt-Darmstadt-Heidelberg/Mannheim angeschlossen und wird zudem stündlich von den Regionalbahnen bedient. Von daher beginnt unser cityrundgang am Bahnhof.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude soll, wie viele andere Bahnhofsgebäude im südhessischen Raum, von dem Darmstädter Hofbaudirektor Georg Moller stammen. Das Gebäude ist in drei Teilen gegliedert und beeindruckt vor allem, durch seine aus gelbem Sandstein gemauerte Fassade mit den in rotem Sandstein eingefassten Fenstern. An das dreigeschossige Hauptgebäude mit seinen imposanten Gesimsen schließt sich ein ebenerdiger Mitteltrakt an, der von einem zweigeschossigen Anbau nach Süden begrenzt wird. Im Erdgeschoss fällt der Gebäudekomplex durch die rundbogigen Fenster auf. Schade, dass sämtliche Fensterfüllungen nicht den ursprünglichen Formen mehr entsprechen und die Harmonie somit gestört wird.
 
Bevor man in die Bahnhofstrasse einbiegt ist in unmittelbarer Nähe noch ein Güterschuppen aus dem Jahre 1858 zu sehen, der in eingeschossiger Holzskelettbauweise für die Main-Neckar-Bahn errichtet wurde. Der Bau ist von technik- und ortsgeschichtlichem Interesse und steht von daher ebenfalls unter Denkmalschutz.

Das nächste Highlight ist die Scheuergasse, die von der B3 in westlicher Richtung zu erreichen ist. Den Zugang zur Scheuergasse flankiert die Bronzestatue des Buchdruckers und Herausgebers des "Bergsträßer Boten" Max Teichmann. Etwas versetzt ist im Hintergrund eine schöne kaskadenförmige Brunnenanlage zu sehen.

Die Scheuergasse ist ein ehemaliges Scheunengebiet, das von einer Reihe traufständiger Scheunen gebildet wird. Sie liegt außerhalb der ehemaligen Stadtmauern und ist auf einen landgräflichen Befehl zurückzuführen. Da man zu jener Zeit die Brandgefahr innerhalb der Stadtmauern verhindern wollte, wurden sämtlich brennbare Vorräte hier in den Scheunen ausgelagert und deponiert. Ende des 20. Jahrhunderts hat die Stadtverwaltung die Verwendung des historischen Viertels neu überdacht, die Scheunen wurden verkauft und durch Umbauten zu Wohn-, Gewerbe- und Restaurants verändert. Seit dieser Zeit ist das Zwingenberger Heimatmuseum auch hier zu finden.
Den gleichen Weg zurück, ein Stück die B3 entlang und diese an der Ampel überquert gelangt man zunächst an den Brunnen vor dem Stadtpark. Im Stadtpark selbst sind Fundamentreste der Wasserburg zu sehen, die in ihrem Ursprung zur Stadtbefestigung gehören und mit auch die ältesten Bauwerke der Stadt sind. Die sichtbaren Wallreste befinden sich in einem kleinen Park südwestlich an einer Ecke der alten Stadtmauer.

Am südlichen Ende der Parkanlage ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite das ortshistorische Alte Brauhaus zu sehen, das besonders durch sein beeindruckendes Fachwerk auffällt. Das zweigeschossige und harmonisch erscheinende Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert zeigt ein Krüppelwalmdach mit vier Satteldachgaupen.

Die gesamte Stadtparkanlage wurde nach der französischen Partnerstadt "Pierrefonds-Park" benannt. Da die Stadt Zwingenberg unter anderem mit dem französischen Pierrefonds im Département Oise seit 1968 eine Städtepartnerschaft unterhält.

Das Schlösschen, das ebenfalls in diesem Areal liegt, wurde um das Jahr 1520 -nach älteren Forschungen im Kern von Eberhard von Bischofsrode- errichtet. Das Anwesen ging 1968 in den Besitz der Stadt Zwingenberg über. Der vielgliedrige Komplex dient heute der Stadt als Rathaus. Markant erscheint der viergeschossige Turm mit seiner gekuppelten Dachhaube, er schließt sich über einen Verbindungszwickel an das Wohngebäude an. Der auf der Ostseite gelegene Eingang zeigt ein ein prächtiges Sandsteinportal mit Viertelsäulen, ionischen Kapitellen und gesprengtem Rundbogen.

In unmittelbarer Nähe auf der Nordseite der Parkanlage ist der Löwenplatz. Hier dominiert das Gasthaus zum Löwen den Platz mit dem gleichnamigen Brunnen. Das langgestreckte zweigeschossige, massive Gebäude beeindruckt durch seinen gelungen Schweifgiebel hinter dem sich ein gewaltiges Satteldach befindet. Das historische Gasthaus wurde 1595 erbaut und war das erste Gebäude außerhalb der Stadtmauern. Das Gasthaus "Zum bunten Löwen" erfuhr mehrere Um- und Anbauten, es wird heute als Restaurant genutzt, und die Räumlichkeiten wie Löwenkeller und Dieffenbachsaal dienen als Versammlungsräume.

Weiter an dem plätschernden Löwenbrunnen vorbei gelangt man in die touristisch attraktive Altstadt, die baulich und historisch schöne Fachwerkhäuser hat. Hier beeindruckt vor allem der Marktplatz mit seiner reizvollen Fachwerkkulisse.  Nordöstlich der ehemaligen Wasserburg gelegen, stammt er aus dem 17. Jahrhundert. Zentral in der Mitte des fast quadratischen Areals ist ein roter Sandsteinbrunnen zu sehen. Der oktogonale Brunnentrog wird von einem in der Mitte gelegenen Brunnenstock mit zwei Löwenköpfen gespeist. Das Kapitel der Säule ist reich geschmückt und hat als Abschluss zwei Delphine mit einem Dreizack. Die gesamte Brunnenanlage wird von halbhohen Pollern und Platanen reizvoll umgeben.

Besonders auffallend ist auch das im klassizistischen Stil errichtete ehemalige Rathaus an der Nordostflanke, das von 1701 bis 1703 erbaut wurde. Das ansprechende Gebäude wird von einem Walmdach abgeschlossen und zentral von einem spitzen Türmchen mit einer Wetterfahne gekrönt.

Auf der Ostseite des Marktplatzes befindet sich in der Häuserzeile Die "Alte Apotheke" sie wurde 1786 erbaut und war als "Großherzogliche Apotheke" bekannt. Die Titelverleihung hing mit dem Aufenthalt des Darmstädter Hofs im Fürstenlager zusammen, der regelmäßig die Sommermonate dort verbrachten. Das repräsentative zweigeschossige Fachwerkhaus mit seinem massiven Erdgeschoss wird von einem Krüppelwalmdach bedeckt. Der ehemalige Verkaufsraum ist über eine kleine Freitreppe, die von einem Eisengeländer in klassizistischen Stil begrenzt wird, erreichbar.

Der Weg zur Bergkirche führt steil bergan, vorbei an dem ehemaligen Walbrunner Hof von 1420, der ehemals im Besitz derer von Katzenelnbogen war. Das Anwesen wurde mehrmals verkauft, umgebaut, erweitert und brannte 1693 ab. Im 17. Jahrhundert entstand das heute zu sehende Fachwerkhaus mit seinem massiven Sockelgeschoss und einem imposanten Mansard-Walmdach. An dem beeindruckenden Torbogen ist die Jahreszahl 1528 zu sehen. Das repräsentative Anwesen ist von lokalhistorischer Bedeutung und das Wohnhaus hat einen baugeschichtlichen Wert.

Der Weg zur Kirche lässt zahlreiche Ausblicke auf Zwingenberg und die Rheinebene zu. Hier oben dominiert die evangelische Bergkirche die Altstadt. Die kleine Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert, als Zwingenberg die Erlaubnis bekam eine Kirche mit Friedhof zu errichten. Bis heute wurde sie mehrmals verändert, umgebaut und erweitert. Die erste Orgel wurde 1652 eingebaut. 1709 schenkte Landgraf Ernst Ludwig der Kirche die Orgel aus der Darmstädter Hofkapelle, die wiederum 1830 durch eine neue Orgel ersetzt wurde.

Weiter bergauf befindet sich in der Oberstadt die Aul. Sie ist die einzige erhaltene Befestigungsanlage der alten Stadtmauer mit einem zweigeschossigen Turm aus dem 14. Jahrhundert. Die gesamte Anlage wurde in Bruchsteinmauerwerk und einigen Sandsteinwerkstücken erstellt. Der Turm wird von einem spitzen mit Ziegelsteinen gedeckten Kegeldach gekrönt. Südlich vom Turm schließen sich die Reste der Stadtmauer an.

Der Abstieg erfolgt in die Altstadt in südlicher Richtung, am Marktplatz vorbei erreicht man am Obertor das Ehemalige Amtsgericht. Bei dem Anwesen handelt es sich um das ehemalige Jagdschloss von Philipp dem Großmütigen von Hessen, in dem später das Land- bzw. Amtsgericht untergebracht war, ein von 1821 bis 1934 bestehendes hessisches Gericht. Im Jahr 1827 entstand an der Ecke zur Arresthausgasse ein Gefängnis und im Jahr 1879 wurde vor dem südlichen Giebel ein Sitzungssaal angebaut. Das Amtsgericht wurde 1934 aufgelöst und die Gerichtsbarkeit an das Amtsgericht Bensheim übertragen. Heute sind im Kellergeschoss des Gebäudes das Theater "Mobile" zu finden und in der Wagenremise finden Kunstausstellungen sowie kulturelle Veranstaltungen statt. Das Gebäudeensemble beeindruckt mit seinen Satteldächern und den reich geschmückten Fassaden auf der Stirnseite. Hier fallen vor allem die geschweiften Giebel mit den kleine Obelisken und die horizontalen Gesimse auf. Das Ehemalige Amtsgericht ist als Bau der späten Renaissance von kunsthistorischer Bedeutung und von daher ebenfalls als Baudenkmal geschützt.

Unser Weg führt die B3 entlang weiter in Richtung Bensheim. Auf der linken Seite ist in erhöhter Lage die katholische Kirche Maria Himmelfahrt zu sehen, die 1912 eingeweiht wurde. Die Kirche ist aus unbesäumten Granitsteinen  erstellt und wird von einem steilen Satteldach bedeckt. Auf der Westseite schließt sich ein quadratischer Glockenturm mit einer geschweiften Dachhaube an.